Gertrude Margaret Lowthian Bell CBE (* 14. Juli 1868 in Washington Hall, County Durham; † 12. Juli 1926 in Bagdad) war eine britische Forschungsreisende, Historikerin, Schriftstellerin, Archäologin, Alpinistin, politische Beraterin und Angehörige des britischen Geheimdienstes im Ersten Weltkrieg. Aufgrund ihrer auf einer Reihe von Reisen gewonnenen Kenntnisse des Nahen Ostens spielte sie ebenso wie der als Lawrence von Arabien bekannt gewordene Thomas Edward Lawrence während des Ersten Weltkriegs und danach eine große Rolle in der politischen Neuordnung dieser Region. Bereits 1917 wurde sie für ihre Leistungen als Commander des Order of the British Empire (CBE) ausgezeichnet. Als zunächst inoffizielle Mitarbeiterin des Secret Intelligence Service, später als politischer Verbindungsoffizier und Orientsekretärin war sie maßgeblich an der Gründung des heutigen Iraks beteiligt und gehörte zu den engen Vertrauten des irakischen Königs Faisal I. Auch an der Entstehung des Irakischen Nationalmuseums in Bagdad hatte sie wesentlichen Anteil.
Gertrude Bell entstammte einer angesehenen Familie britischer Industrieller. Ihr Großvater von väterlicher Seite war Sir Isaac Lowthian Bell, einer der Gründer und Miteigentümer der in Northumbria ansässigen Firma Bell Brothers, die in den 1870er Jahren ein Drittel des Eisenbedarfs Großbritanniens produzierte. Sir Isaac war nicht nur einer der wohlhabendsten Industriellen Großbritanniens, sondern auch ein angesehener Wissenschaftler, der unter anderem Träger der Bessemer-Goldmedaille und Mitglied der Royal Society war. In seinem Salon waren unter anderem Charles Darwin, Thomas Henry Huxley, der Sozialreformer John Ruskin und der Künstler William Morris zu Gast.
Quelle: Wikipedia